Aufmerksamkeit und die Lokalisation von Reizen

  Versuchsaufbau Jens Tiggelbeck
 
 

Förderung und Leitung

Dieses Projekt wird von der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG MU 1298/6) gefördert, unter der Leitung von Professor Jochen Müsseler (RWTH Aachen University, Arbeits- und Kognitionspsychologie)

Projektmitarbeiter

Dipl.-Psych. Jens Tiggelbeck (RWTH Aachen University, Arbeits- und Kognitionspsychologie)

Zusammenfassung

Aufmerksamkeit stellt einen integralen Bestandteil unseres Alltagserlebens dar und erstreckt sich von der Zuordnung und Kategorisierung unterschiedlichster Sinneseindrücke in einer immer komplexer werdenden modernen Welt bis hin zur Aufrechterhaltung des Fokus auf eine spezifische Aufgabe im Angesicht informationellen Umgebungs-rauschens und widersprechender sensorischer Eindrücke aus anderen aber möglicherweise ebenso wichtigen Quellen.
In diesem Zusammenhang und gekoppelt mit dem Umstand, dass die visuelle Wahrnehmung auch immer im Kontext der Umwelt, in der sich die assoziierten Systeme entwickelt haben, gesehen werden muss, ist speziell auch die Aufmerksamkeitsleistung im Hinblick auf eine bewegte Umgebung und zur Initiierung und Kontrolle eigener Bewegungen in dieser sich unablässig wandelnden Umwelt von höchster Bedeutung. So ist beispielsweise die Aufmerksamkeitszuwendung zu Bewegungen sowie die räumliche Lokalisation von involvierten Objekten auch in momentan nicht fixierten Bereichen der eigenen Umwelt ein elementarer Bestandteil eines erfolgreich angepassten Wahrnehmungssystems.
Obwohl aber zum Beispiel schon lange bekannt ist, dass ein an einer peripheren Position präsentierter Reiz trotz fixiertem Blick Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann, ist der Zusammenhang zwischen Aufmerksamkeit und Lokalisationsgenauigkeit bislang weitgehend unerforscht geblieben. Darüber hinaus deutet neuerlich berichtete experimentelle Evidenz darauf hin, dass es zu einer asymmetrischen Beeinflussung der Lokalisationsleistung in Abhängigkeit von der räumlichen Vorhersagbarkeit der Stimulus-Position und damit der Gerichtetheit der Aufmerksamkeit kommt. So verschlechtert sich die Lokalisationsleistung bei statischen Reizen, wenn der Ort des Auftauchens im Vorfeld nicht genau eingegrenzt wird und Aufmerksamkeit somit auf große Teile des visuellen Feldes gelenkt werden muss. Lässt sich die Aufmerksamkeit jedoch gezielt auf einen oder wenige Bereiche eingrenzen, verbessert sich die Lokalisationsleistung. Bei bewegten Reizen lässt sich das umgekehrte Befundmuster beobachten: Abschwächung der Fehllokalisation der Anfangsposition der Bewegung bei geringer räumlicher Vorhersagbarkeit gegenüber einer Verstärkung der Fehllokalisation bei hoher räumlicher Vorhersagbarkeit.
Ausgehend von diesen Widersprüchen im Lokalisationsurteil lösen Probanden im vorliegenden Projekt Lokali-sationsaufgaben mit stationären und bewegten Reizen unter verschiedenen Aufmerksamkeitsbedingungen. Die dabei erhobenen Verhaltensmaße sollen zur Aufklärung und Spezifikation der beteiligten Prozesse und Mechanismen beitragen. Darüber hinaus sollen die erhobenen Daten auch als Grundlage für eine neuronale Modellierung der angenommenen zugrundeliegenden Mechanismen dienen.

      random & constant stimuli JT  

    Ausgewählte Veröffentlichungen

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