Bachelor- und Masterarbeitsthemen

 

Bitte setzen Sie sich bei Interesse direkt mit der jeweiligen betreuenden Person in Verbindung.

Prof. Dr. Iring Koch

Dr. Andrea Philipp

Dr. Denise Stephan

Dr. Patricia Hirsch

Dr. Rachel Brown

Dr. Leif Johannsen

Prof. Dr. Iring Koch

Modalitätseffekte beim impliziten Lernen

Abstrakt oder konkret: Hilft es, wenn man beim Lernen von Sequenzen auch die Modalität der nächsten Stimuli vorhersagen kann, auch wenn die Stimulusmodalität nicht relevant für die Reaktion ist? Mittels Sequenzlern-Studien nähern wir uns dieser Frage.

Handlungsplanung und Antizipation von Handlungseffekten

Lichtschalter betätigen und mehr Helligkeit erzeugen, Kratzen und weniger Juckreiz haben, wie lernen wir solche Zusammenhänge und welche Rolle spielt die Antizipation des angestrebten Handlungseffekts bei der „online-Planung“ der Handlung? Haben wir eine perzeptuelle Effektantizipation, die funktional in den Handlungsplan eingebaut wird oder der Handlung zwingend vorausgehen muss? Und wie ist das mit abstrakten Effekten („ich möchte gemocht werden, also lächele ich“ …)?

Motorisches Vorstellungsvermögen: Flexibilität in vorgestellten und ausgeführten Handlungen

Stellen Sie sich vor, Sie müssten den Arm heben und ein Objekt vor Ihnen berühren. Jetzt stellen Sie sich vor, dass Sie die vorgestellte Handlung wirklich ausführen wollen. Und jetzt wechseln Sie zwischen vorgestellten und ausgeführten Handlungen … Wenn wir solche Anforderungen haben, dann müssen wir bei der Handlungsvorstellung sicherstellen, dass die vorgestellte Handlung nicht aus Versehen ausgeführt wird: Inhibieren wir die Handlung bei vorgestellten Handlungen? Tatsächlich können wir messen, dass ausgeführte Handlungen nach vorherigen ausgeführten Handlungen schneller sind als wenn die Handlung vorher nur vorgestellt wurde. Schwappt die Handlungsinhibition über?

Kognitive Kontrollprozesse beim selektiven Hören

Endlich wieder Party! Karneval ist super, aber wer hat hier was gesagt, und wie schnell kann ich zwischen Mickey und Goofy wechseln, wenn in meiner Nähe gerade beide gleichzeitig coole stories erzählen? Leider geht dazwischen immer was verloren, aber warum eigentlich?

Kognitive Repräsentation von Aufgabenstellungen

Wie kann ich mir Aufgaben merken, zwischen denen ich hin- u. herwechseln soll, und wie bringe ich diese nicht durcheinander? Und, Frauen können besser Einparken und Männer besser Reden, oder war das umgekehrt, und wer kann besser zwischen Aufgaben wechseln, immer dieses Multitasking, wer kann’s wann am besten?

Blickbewegung als Aufgabe: Analyse von oculomotorischen Ziel- u. Reaktionskonflikten mittels Eye Tracking

Hierhin, dorthin, wohin als nächstes, unsere Augen blicken rastlos hin- u. her, aber sie sind ja nicht ziellos. Der Pfeil zeigt mir, wo es hingeht, aber wenn ich auf die Farbe des Pfeils reagiere (nach links oder rechts gucken), dann sehe ich ja trotzdem, in welche Richtung der Pfeil zeigt. Und wenn das Wort „Links“ auf dem Bildschirm auf der rechten Seite präsentiert wird, gucke ich dann in beide Richtungen gleichzeitig? Im Blicklabor können wir messen, wie man mit solchen Zielkonflikten bei der Blicksteuerung umgeht.

Inhibitorische Kontrolle beim flexiblen Sprachwechseln

„Sprache & Inhibition & Language“, wie sprechen Sie „Inhibition“ aus? Wie flexibel sind Sie in der Aussprache, und wie flexibel können Sie überhaupt zwischen Sprachen wechseln? Inhibieren Sie die konkurrierende Sprache, wenn Sie die Sprache wechseln wollen? Und: Wie kann man das alles untersuchen? Z.B. mit Bildbenennungsaufgaben und Reaktionszeitmessungen bei uns im Labor …

Dr. Andrea Philipp

The impact of classifier congruence on lexical access during language production

Supervision: Andrea Philipp, Jing Tong
In most language production studies, a picture naming task was adopted in which participants were asked to utter the name of pictures. We want to examine whether lexico-syntactic features (i.e., classifiers like “a pair of”) also have impact on language production. Thus, we will investigate congruence between classifier and noun (e.g. “a pair of shoes is congruent”) and the additional impact of pictures showing a singular object vs. plural objects on language production.

Sequenzlernen im multilingualen Situationen

Betreuung: Denise Stephan, Andrea Philipp
Wenn Menschen wiederholt auf eine gleichbleibende Sequenz von Stimuli reagieren oder eine Sequenz von Handlungsschritten wiederholen, kann es zum Sequenzlernen kommen. Wir möchten Sequenzlernen in einer multilingualen Situation untersuchen, in der Versuchspersonen Wörter in verschiedenen Sprachen kategorisieren müssen. Dabei interessieren wir uns vor allem dafür welchen Einfluss sich wiederholende Sprachsequenzen und welchen Einfluss sich wiederholende Kategoriesequenzen haben - und ob eine Kombination aus zwei Sequenzen einen anderen Einfluss hat als eine einzelne Sequenz.

Building automatic associations when switching between languages

Supervision: Elena Benini, Andrea Philipp
You will study the mechanisms underlying the ability to quickly switch between two languages. Participants in your experiment will be asked to name several pictures sometimes in English and sometimes in German, in an unpredictable order. You will study the formation of automatic short-term associations (bindings) between the language, the picture names and other contextual information. The possibility to automatically create such short-term associations is thought to be the basis of learning mechanisms. You will study the effect of using different words (more or less frequent, similar in both languages…) on the formation of such associations to uncover the conditions under which binding takes place.

Building automatic associations and how these unfold over time

Supervision: Elena Benini, Andrea Philipp
You will study the mechanisms underlying multitasking ability, using a paradigm in which participants have to unpredictably switch between two tasks. You will study the effect of adding a task-irrelevant element on participants’ performance. Despite irrelevant, people tend to form associations between this element and the relevant stimuli. Therefore, you will study how the irrelevant element disturbs/facilitates multitasking. Different aspects of this interference will be investigated, as the timing with which the element appears, participants’ readiness to switch between the tasks, and the role of the element in rendering switching conditions more or less similar between each other.

Reaktions-Effekt Kompatibilität in Reaktionssequenzen

Betreuung: Andrea Philipp
Die Erwartung eines bestimmten Effektes (Licht an) erleichtert die Ausführung einer damit kompatiblen Reaktion (Lichtschalter drücken). In bisherigen Experimenten konnte dieser Zusammenhang vor allem für Reaktionen und Effekte gezeigt werden, bei denen es eine räumliche, perzeptuelle oder phonologische Kompatibilität gab (z.B. muss mit einer rechten Taste reagiert werden und ein Licht auf der rechten Seite leuchtet auf). In diesem Projekt, soll eine Reaktions-Effekt Kompatibilität über die Verwendung von Reaktionssequenzen hergestellt werden. Es wird erwartet, dass ein Kompatibilitätseffekt auch dann auftritt, wenn Reaktion und Effekt eine logische Sequenz bilden (sich aber nicht direkt überlappen).

Dr. Denise Stephan

Ich unterhalte mich lieber als zu emailen…spielen Modalitäten eine Rolle im Multitasking?

Betreuung: Denise Stephan
In unserem Alltag werden wir kognitiv sehr gefordert und sind auf kognitive Kontrolle angewiesen die es uns erlaubt flexibel und adaptiv zu handeln. Kognitive Kontrolle wird als zentral und generisch angesehen wodurch sie erlaubt Verhalten im Allgemeinen, unabhängig von der spezifischen zugrunde liegenden Situation zu kontrollieren. Entsprechend ist kognitive Kontrolle per Definition amodal und sollte daher weder durch die sensorische Modalität der Reize noch durch die Modalität motorischer Reaktionen beeinflusst werden.
Es konnte jedoch gezeigt werden, dass modalitätsspezifische Einflüsse, gemessen als Modalitätskompatibilitätseffekt, einen robusten Einfluss insbesondere auf die Leistung im Multitasking, zum Beispiel auf die Wechselkosten, haben. Die zu Grunde liegenden kognitiven Kontrollprozesse werden demnach ebenfalls durch diese modalitätsspezifischen Einflüsse mit determiniert und können nicht länger als gänzlich amodal angesehen werden.
Im Rahmen ihrer Arbeit könnten sie nun erforschen, ob und inwiefern diese modalitätsspezifischen Einflüsse moduliert werden können. Als Einflussfaktoren wären beispielsweise Übung, Erwartungen, Geschlecht oder das Alter der Versuchspersonen vorstellbar.

Are grandparents suited for your life?

Supervision: Denise Stephan, Ludivine Schils
Walking outside, seeing a sunny park, smelling the spring, feeling the sun and the light breeze on your skin; but also trying to listen to a podcast while writing some sms to a friend for example. We often hear how the "new generation" is able to do multitasking and to switch between task easily because we lived in a world full of screens. However, did you ever wonder if this affirmation was true and if your grandma would be able to do the same tasks as you? In our experiment, we will compare younger and older adults performances in some switching (multitasking) tasks while using different modalities (visual and auditory), creating complex situations in order to figure out how these situations are for older adults compared to younger adults!

Who are the better multitaskers? Men and/or Women

Supervision: Denise Stephan, Ludivine Schils
Did you ever wondered whether your sister or your brother would be better at driving a car while listening to their best friend on the phone while concentrating on the traffic and driving safely? In our experiment, we aim to investigate whether there is a difference between men and women when they have to respond to different sensory modalities (e.g., auditory and visual) in multitasking (specifically task switching).

Cued Judgment Switching and Modality Compatibility

Supervision: Denise Stephan, Erik Friedgen
Switching between two incompatible mappings of stimulus and response modality – i.e. between a visual-vocal and an auditory-manual task – has been found to generally lead to larger switch costs than switching between two tasks that feature compatible modality mappings – a visual-manual and an auditory-vocal task. In this context, we define the task based on the required modality mapping. The more traditional way of defining tasks is with reference to the type of stimulus categorization with a constant modality mapping: For example, switching between classifying digits (odd vs. even) and letters (consonant vs. vowel). Assuming that judgment switch costs rely on interference control in stimulus classification rules, whereas modality-compatibility effects rely on response-based crosstalk between modality mappings, it is plausible to find that judgment switch costs are not affected by modality compatibility. This would suggest that modality compatibility is due to ideomotor processes of response-effect anticipation that produce crosstalk between modality mappings once a response has already been selected. In short, this experiment would further contribute to localizing at what stage of processing effects of modality compatibility actually occur.

Voluntary Task Switching: Increasing Modality Bias through Working Memory Load

Supervision: Denise Stephan
When people can freely choose between two tasks, a larger bias to repeat the previous task has been found when participants had to memorize six letters, compared to a condition without such cognitive load. This suggests a larger contribution of bottom-up control when monitoring of the choice sequence is disrupted by concurrent memory activities. Correspondingly, in previous studies we have found a tendency for participants to form compatible mappings of stimulus- and response modality – responding manually to visual stimuli and vocally to auditory stimuli – at a larger rate than incompatible modality mappings (choosing to respond vocally to visual stimuli and manually to auditory stimuli). Assuming that modality-compatibility effects reflect bottom-up effects during the response process, we predict that this modality-compatibility bias in choice rate is larger in a condition with working memory load than in a condition without it.

Dr. Patricia Hirsch

Können Frauen wirklich besser multitasken als Männer?

Betreuung: Patricia Hirsch, Iring Koch
Laut einer weit verbreiteten Annahme sind Frauen im Multitasking besser als Männer. Für diese Annahme gibt es jedoch zurzeit keine überzeugende wissenschaftliche Evidenz. Während einige Studien Geschlechtereffekte beim Multitasking beobachtet haben, konnten in anderen Studien keine Leistungsunterschiede im Multitasking zwischen Frauen und Männern objektiviert werden. Im Rahmen einer Abschlussarbeit kann beispielweise untersucht werden, unter welchen Bedingungen Frauen und Männer im Multitasking Leistungsunterschiede zeigen.

Kleine Unterbrechungen mit großen Folgen

Betreuung: Patricia Hirsch, Sandra Hensen
Wir werden häufig bei der Ausführung von Aufgaben unterbrochen (z.B. durchschnittlich 43x pro Tag im Rahmen einer Tätigkeit auf der Intensivstation; BAuA, 2013). Studien zeigen, dass Aufgabenunterbrechungen sowohl zu einer Verschlechterung des psychischen Wohlergehens als auch zu Leistungseinbußen führen. Die Identifikation der kognitiven Mechanismen, die diesen Leistungseinbußen zugrunde liegen, ist wichtig, um die Prinzipien der menschlichen Informationsverarbeitung aufzudecken und um evidenzbasierte Empfehlungen für den Umgang mit Aufgabenunterbrechungen in Anwendungskontexten abzuleiten. Im Rahmen einer Abschlussarbeit kann beispielsweise untersucht werden, welchen Einfluss die Unterbrechungsdauer, der Unterbrechungszeitpunkt oder die Art der unterbrochenen und unterbrechenden Aufgabe auf die Leistungseinbußen haben.

Leistungseinbußen in Doppelaufgabensituationen

Betreuung: Patricia Hirsch, Sandra Hensen
Im Alltag führen wir häufig zwei Aufgaben gleichzeitig aus, obwohl es dadurch zu Leistungseinbußen kommt. Leistungsbeeinträchtigungen in Doppelaufgabensituationen werden i.d.R. basierend auf strukturellen Limitationen des kognitiven Systems, die eine parallele Auswahl von zwei Reaktionen verhindern, erklärt. Im Rahmen einer Abschlussarbeit kann beispielweise untersucht werden, ob weitere Faktoren zu den Leistungsbeeinträchtigungen in Doppelaufgaben beitragen (z.B. durch die Implementierung einer Go/NoGo-Variation in ein Doppelaufgabenparadigma).

Erforschung des Einflusses von Multitasking auf die Gedächtnisperformanz im Kontext der medizinischen Notfallversorgung

Betreuung: Sandra Hensen, Patricia Hirsch
In der Polytraumaversorgung ist die verbale Kommunikation das Grundelement der Verständigung und der Informationsübertragung (z.B. bei der Übergabe des Patienten durch den Notarzt an das Schockraumteam oder während der Behandlung). Gerade an den Schnittstellen der Polytraumaversorgungskette sind Informationsverluste in der verbalen Kommunikation groß, was zu schwerwiegenden Konsequenzen für den Patienten führen könnte. Aus diesem Grund untersuchen wir den Einfluss von Multitasking auf den Informationsverlust im medizinischen Kontext. Im Rahmen einer Abschlussarbeit kann der Einfluss von geteilter Aufmerksamkeit (d.h. gleichzeitige Bearbeitung einer Zweitaufgabe) und Unterbrechungen auf die Gedächtnisperformanz untersucht werden.

Dr. Rachel Brown

Learning actions through music

Many of us listen to music while we study or exercise, but can music help us learn or perform better? Music is pleasant to listen to, and it also grabs our attention and is memorable. This thesis project investigates whether we learn or perform actions more effectively when we can associate them with musical stimuli, such as musical tones. One project under this topic will examine whether music can help people learn series of actions by organizing them into separate parts that are easier to remember. Other projects may additionally examine how rhythmic or melodic features of music help us learn and remember actions or information.

Learning language through actions

The benefits of movement to general health are well known, but interestingly, movement may also benefit our memory. Previous studies have shown that speaking or gesturing can help people remember lists of words, suggesting that there is a benefit to associating movement with material you are trying to learn. This thesis project investigates whether movement helps individuals learn or remember words in their non-native language. Other projects may additionally examine whether movement helps individuals learn new words in either their native or non-native language.

Dr. Leif Johannsen

Interferenz durch überlappende Prozesse zwischen kognitiver Kontrolle und Kontrolle des Körpergleichgewichts

Selbst eine scheinbar automatisiert ablaufende Aktivität wie die Stabilisierung des Körpergleichgewichts im Stehen umfasst hochrangige kognitive Prozesse. Dieses drückt sich zum Beispiel durch erhöhte Prozessierungskosten in Doppelaufgabensituationen aus und wird als eine zentrale Ursache für das erhöhte Sturzrisiko im hohen Alter gesehen, wenn kognitive Kapazitäten nicht mehr für die Kompensation von Alterungsdefiziten in niederrangigen sensomotorischen Prozessen ausreichen. Diese Abschlussarbeit soll die Überlappung zwischen kognitiven Prozessen und Prozessen der Gleichgewichtskontrolle mit neueren Analyseverfahren untersuchen.

Der Bedeutung von Geschlecht und Körperrepräsentationen bei der Kontrolle des Körpergleichgewichts

Neuere Studien zeigen, dass es Geschlechtsunterschiede bei den Kontrollprozessen des Körpergleichgewichtes gibt. Die Gleichgewichtskontrolle bei weiblichen Probandinnen wird scheinbar stärker durch internale Repräsentationen ihres Körpers (Körperschema, Körperbild, Zufriedenheit mit ihrem Körperbild) beeinflusst als bei männlichen Probanden, bei denen sich anthropometrische Faktoren wie Gewicht und Körpergröße stärker auswirken. Diese Abschlussarbeit soll die genannten Geschlechtsunterschiede und das Zusammenspiel mit eigenen Körperrepräsentationen naher untersuchen.