Bachelor- und Masterarbeiten

 

Bekanntgabe Bachelor- und Masterarbeitsthemen WiSe 2022/23

Die im Wintersemester 2022/23 angebotenen Themen werden am 28. Juni 2022 bekanntgegeben.

 

Die schriftlichen Abschlussarbeiten (Bachelorarbeit, Masterarbeit) sind eingebunden in die Forschungsaktivitäten der Lehrstuhlmitarbeitenden. Es steht den Kandidatinnen und Kandidaten offen, die Abschlussarbeiten in englischer oder deutscher Sprache zu verfassen.

 

Bachelorarbeitsthemen am Lehrstuhl für Personal- und Organisationspsychologie

Untenstehend finden Sie die Bachelorarbeitsthemen, die im Sommersemester 2022 am Lehrstuhl für Personal- und Organisationspsychologie zur Auswahl stehen.

Zum Vorgehen bezüglich der Vergabe der Bachelorarbeiten:

  • Wenn Sie sich für eines oder mehrere der untenstehenden Themen interessieren, melden Sie sich bitte unter Angabe Ihrer Themenpräferenz(en) bis zum 13.02.2022 per E-Mail bei der Koordinatorin Jasmin Dorry (dorry@psych.rwth-aachen.de) und nennen Sie uns in einer Rangreihe die von Ihnen präferierten Themen sowie Ihren frühesten sowie spätesten Einstiegstermin.
  • Es ist vorteilhaft für Sie, wenn Sie möglichst viele Präferenzen nennen (mindestens drei). Bei weniger Präferenzangaben kann es sein, dass Sie nicht berücksichtigt werden können.
  • Bitte fügen Sie außerdem Ihr aktuelles Transcript of Records bei.
  • Bitte beachten Sie bei der Bewerbung, dass Sie die in der Prüfungsordnung festgelegten Voraussetzungen erfüllen, um die Bachelorarbeit schreiben zu dürfen
  • Wir teilen Ihnen bis zum 01.03.2022 mit, ob Sie den gewünschten Bachelorarbeitsplatz erhalten.

Bitte geben Sie diese Info an alle Interessierten weiter, so dass das Verfahren innerhalb der o.g. Fristen durchgeführt werden kann.

„Eltern allein zu Haus“ „Empty Nest“-Erleben im mittleren Lebensalter (M.Sc. Jasmin Dorry; Start: flexibel, in Absprache mit den beiden Studierenden die Thema 1 und 2 bearbeiten). Die beiden untenstehenden Themen zu „Empty Nest“ sind sehr ähnlich, da die beiden Studierenden, die die Themen bearbeiten, bei der Erstellung und Durchführung des Interviewleitfadens sowie der qualitativen Auswertung miteinander zusammenarbeiten werden. Die konkrete Fragestellung wird dann individuell ausgearbeitet.

Thema 1: Wenn die eigenen erwachsenen Kinder ausziehen, beginnt die sogenannte „Empty Nest“- Phase des Familienlebenszyklus (Bouchard, 2014). Dabei gibt es interindividuelle Unterschiede in Qualität und Intensität des „Empty-Nest“-Erlebens. Anhand von selbsterhobenen Interviewdaten (3-4 Interviews) soll in der Bachelorarbeit qualitativ herausgearbeitet werden, wie sich das „Empty Nest“ für die Eltern anfühlt.

Thema 2: Wenn die eigenen erwachsenen Kinder ausziehen, beginnt die sogenannte „Empty Nest“- Phase des Familienlebenszyklus (Bouchard, 2014). Dabei gibt es interindividuelle Unterschiede in Qualität und Intensität des „Empty-Nest“-Erlebens. Anhand von selbsterhobenen Interviewdaten (3-4 Interviews) soll in der Bachelorarbeit qualitativ herausgearbeitet werden, wie sich das „Empty Nest“ für die Eltern anfühlt.

Wird mütterliches Gatekeeping als eine Form von sozialer Ausgrenzung wahrgenommen? (M.Sc. Rico A. Fischer; Frühester Start: 15.04.2022 / Spätester Start: 01.06.2022): Mütterliches Gatekeeping beschreibt positive und negative Verhalten von Müttern, mit dem Ihre Partner entweder in die Kindererziehung eingebunden oder aus dieser ferngehalten werden (vgl. Puhlman & Pasley, 2013). Aus Perspektive der Familien System Theory (Cox & Paley, 1999) kann man argumentieren, dass negatives Verhalten von Müttern dazu führen kann, dass sich Väter aus dem Familiensystem gedrängt fühlen. In dieser Bachelorarbeit soll anhand einer Experimentalstudie untersucht werden, wie Personen mütterliches Gatekeeping einschätzen und welche Auswirkung dieses Verhalten auf das Familiensystem hat. Hierfür werden mit Hilfe des Betreuers Vignetten erstellt, die verschiedenes mütterliches Gatekeeping beschreiben. Im Rahmen einer Online-Studie sollen Teilnehmerïnnen eine Vignette lesen und dann Fragen beantworten. Analysen finden anhand von ANOVA und t-Tests statt. Da von einer kleinen Effektstärke ausgegangen werden muss (Cohen’s d = 0.3), werden pro Experimentalgruppe mind. 139 Teilnehmer gesucht.

Autofrei leben? (Betreuerin: M.Sc. Ruth Noppeney; Start: flexibel; 2 Plätze): Individueller Verkehr ist ein wesentlicher Bestandteil des alltäglichen Mobilitätsaufkommens; rund 80% aller deutschen Haushalte verfügen über mindestens ein eigenes Auto. Vor dem Hintergrund möglicher Maßnahmen, die zum Klimaschutz beitragen, besteht die Frage, wie Mobilität weiter verändert werden kann – weg vom Individualverkehr hin zu nachhaltigeren Alternativen. In dieser Bachelorarbeit soll vor allem das Thema CarSharing im Fokus stehen. Es sollen Interviews (qualitativ) geführt werden, die sich mit der Frage beschäftigen, ob und wie die Nutzung von alternativen Mobilitätsangeboten (insbes. CarSharing) ausgebaut /gestaltet werden kann, um mehr Menschen zu einer nachhaltigeren Verkehrsnutzung zu bewegen. Hierbei können – je nach thematischer Präferenz – unterschiedliche Schwerpunkte gewählt werden: Was bringt Leute dazu, CarSharing zu nutzen? Wie unterscheiden sich aktive CarSharing-Nutzer:innen von registrierten Nicht-Nutzer:innen? Welche Herausforderungen sind mit einer alltäglichen Nutzung verbunden? Kann CarSharing als nachhaltige Mobilitätsalternative dienen?

Lebenskunst (Prof. Dr. Bettina S. Wiese, in Kooperation mit Prof. Dr. Bernhard Schmitz, TU Darmstadt; Start: flexibel). In Trainingsstudien soll geprüft werden, ob sich Lebenskunst besser vermitteln lässt, wenn mehr als nur ihre Einzelkomponenten trainiert werden. Es kann dabei um die Kombination von körperbezogenen (körperlich Selbstfürsorge, Genuss) und kognitiven Interventionen (Sinn, Reflexion) im Vergleich zu den jeweiligen Einzelkomponenten gehen (Thema 1). Weiterhin können unterschiedliche Outcomes im Sinne des hedonischen Wohlbefindens (Genuss) und eudaimonischen Wohlbefindens (Sinn) vergleichend betrachtet werden (Thema 2) sowie die Verbesserung der Effektivität von Lebenskunsttrainings durch transferförderliche Maßnahmen (Thema 3). Möglich ist auch die vertiefende korrelative Untersuchung von Zusammenhängen von Komponenten von Lebenskunst und eudaimonischem Wohlbefinden (Entwicklung eigener Potenziale; Thema 4). In der positiven Psychologie wird häufig nur analysiert, wie positive Ereignisse verarbeitet werden. In einer Tagebuchstudie könnte geprüft werden, ob es nicht (ebenso) wichtig ist, mit negativen Ereignissen zurecht zu kommen (Thema 5). Für alle Themen gibt es bereits studentische Vorläuferarbeiten, die zur Verfügung gestellt werden können.

 

Masterarbeitsthemen am Lehrstuhl für Personal- und Organisationspsychologie

Im Rahmen der Masterarbeit werden in der Regel eigene Datensätze erhoben. Die zur Hypothesenprüfung eingesetzten statistischen Analyseverfahren sind in der Regel komplexer als jene bei der Bachelorarbeit. Bitte beachten Sie die Anmeldevoraussetzungen für die Masterarbeit (§ 12 Absatz 2): Nachweis von min. 60 Kreditpunkten, erfolgreicher Abschluss der Methodenmodule I und II, erfolgreicher Abschluss des Kolloquiums Präsentation Forschungsergebnisse I

Untenstehend finden Sie die für das Sommersemester 2022 zur Auswahl stehenden Masterarbeitsthemen am Lehrstuhl für Personal- und Organisationspsychologie.

Zum Vorgehen bezüglich der Vergabe der Masterarbeiten:

  • Wenn Sie sich für eines oder mehrere der untenstehenden Themen interessieren, melden Sie sich bitte unter Angabe Ihrer Themenpräferenz(en) bis zum 13.02.2022 per E-Mail bei der Koordinatorin Dr. Anna M. Stertz (stertz@psych.rwth-aachen.de) und nennen Ihren frühesten sowie spätesten Einstiegstermin.
  • Bitte fügen Sie außerdem Ihr aktuelles Transcript of Records bei.
  • Wir teilen Ihnen bis spätestens 01.03.2022 mit, ob Sie den gewünschten Masterarbeitsplatz erhalten.

Bitte geben Sie diese Info an alle Interessierten weiter, so dass das Verfahren innerhalb der o.g. Fristen durchgeführt werden kann.

Zielkonflikte und Karrierecommitment – eine Tagebuchstudie (Dr. Aida Alisic; Start: Semesterbeginn): Persönliche Ziele beschreiben zukünftige Zustände, die Personen gerne erreichen, beibehalten oder vermeiden möchten (Ford & Lerner, 1992). Typischerweise verfolgen Menschen mehrere Ziele aus verschiedenen Lebensbereichen, die bezüglich ihrer Erreichung in Konflikt stehen können. Zielkonflikte zwischen beruflichen und privaten Bereichen können wiederum das berufliche Engagement und die Identifikation mit der eigenen Karriere negativ beeinflussen. Umgekehrt könnte aber auch erhöhtes Karrierecommitment (i.S.v. Identifikation und Verbundenheit mit dem eigenen Tätigkeitsfeld, Colarelli & Bishop, 1990) durch den notwendigen Einsatz von Ressourcen (z.B. Zeit, Energie) zu mehr Zielkonflikten führen. In dieser Masterarbeit sollen daher auf Basis einer Tagebuchstudie Zusammenhänge zwischen Zielkonflikten und Karrierecommitment sowohl auf interindividueller als auch auf intraindividueller Ebene untersucht werden.

Karrierebezogenes Selbstmanagement und Flow-Erleben – eine Tagebuchstudie (Dr. Aida Alisic; Start: Semesterbeginn): Die hohe Dynamik in der heutigen Arbeitswelt verlangt von den Mitarbeitenden ein hohes Maß an Eigenverantwortung für ihre eigene Karriereentwicklung. Trotz der Vermutung, dass eine proteische und selbstbestimmte Karriere von persönlichen Werten und intrinsisch bedeutsamen Zielen angetrieben wird, wissen wir noch wenig über die motivationalen Prozesse, die das Setzen und Verfolgen karrierebezogener Ziele beeinflussen. Flow-Erleben, d.h. das Erleben tiefer Konzentration und vollständiger Absorbiertheit in eine Tätigkeit (Csikszentmihalyi, 1975), ist ein wichtiges motivationales Konstrukt, das positiv mit der Leistung von Mitarbeitenden assoziiert ist. In der Masterarbeit soll auf Basis einer Tagebuchstudie der Zusammenhang zwischen Flow-Erleben bei der Arbeit und karrierebezogenem Selbstmanagement sowohl auf interindividueller als auch auf intraindividueller Ebene untersucht werden.

Feedbackgabe: Kritische Situationen, ausgelöste Emotionen, Strategien zur Emotionsregulation (Dr. Christian L. Burk; Interviews & Online-Fragebogen, Start: flexibel): An einer Gruppe von Führungskräften sollen mittels Interviews detaillierte Schilderungen von Situationen gesammelt werden, in denen Feedback zu geben war (z.B. im Rahmen eines Mitarbeiter/innengesprächs). Fokus liegt auf der Identifikation emotionsauslösender Elemente der jeweiligen Situation. Mit Hilfe des Interviews sowie eines Online-Fragebogens werden Art und Intensität ausgelöster Emotionen und eingesetzte Techniken zur Emotionsregulation erfasst.

Das Bedürfnis nach Autonomie im Zusammenhang mit anderen beruflichen Motiven (Dr. Christian L. Burk; Online-Fragebogenstudie, Start: flexibel): Grundlage ist ein mehrdimensionales Instrument, das, basierend auf den Ansätzen von Deci und Ryan (2000) sowie McClelland (1985), hier am Lehrstuhl für Personal- und Organisationspsychologie entwickelt und überprüft wurde. Dieses Instrument enthält bislang eine Skala zur Bestimmung des individuellen Bedürfnisses nach Autonomie. Ziele der Masterarbeit sind a) die Revision der Autonomieskala im Abgleich mit den in der Selbstbestimmungstheorie postulierten Charakteristika für selbstbestimmtes Arbeiten und b) die empirische Überprüfung einer neu aufgelegten Sammlung von Items an Berufstätigen. Dies mündet in eine Analyse der (Sub-)Struktur des Bedürfnisses nach Autonomie sowie, je nach gewählter Fragestellung, in Zusammenhangsanalysen mit anderen beruflichen Motiven und/oder Attributen unterschiedlicher Arbeitstätigkeiten.

Motivbezogene Anforderungen und Anreize beruflicher Tätigkeiten (Dr. Christian L. Burk; Online-Fragebogenstudie, Start flexibel): Befragt werden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Hinblick auf ihre gegenwärtige Tätigkeit. Auf Grundlage einer bereits (an Promovierenden und Promovierten aus den MINT-Fächern) erprobten Sammlung von Items, die die Ausstattung von Tätigkeiten bzgl. ihrer Anforderungen und Anreize ermitteln, soll eine Erweiterung des Instruments stattfinden. Leitend sollen dabei v.a. die motivbezogenen Ansätze von Deci und Ryan (2000) sowie McClelland (1985) sein. Im Zuge dessen soll die Anwendbarkeit auf eine breitere Gruppe von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern überprüft werden. Je nach gewählter Fragestellung können u.a. Zusammenhangsanalysen unter Einbezug beruflicher Motive und Maßen subjektiven Karriereerfolgs oder die Überprüfung einer Unterscheidbarkeit bekannter Karrieregruppen (z.B. bei Personen in strukturierten Laufbahnmodellen) erfolgen. Der Einbezug einer englischsprachigen Vergleichsstichprobe wäre möglich.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit - situative Einflüsse auf täglich Interaktionen und individuelles Erleben (Dr. Anna M. Claus; Studie auf Basis vorliegenden Datenmaterials aus einer Tagebuchstudie; Start: ab dem 04.04.22): Bei den situativen Einflüssen kann es sich z.B. um Zeitdruck und Gesprächsklima handeln, beim Erleben um Arbeitszufriedenheit und Stresserleben.

Veränderungen arbeitsbezogener Einstellungen im Übergang zur Elternschaft: Der Einfluss einer unterstützenden Führungskraft (Dr. Lena Müller-Frommeyer; Studie auf Basis vorliegenden Datenmaterials; Start: Semesterbeginn). Der Übergang zur Elternschaft ist ein lebensveränderndes Ereignis für die werdenden Eltern. Dabei ist es nicht überraschend, dass dieser Übergang oft mit Veränderungen in arbeitsbezogenen Einstellungen wie beispielsweise einem verminderten Commitment gegenüber der Organisation einhergeht. Gleichzeitig konnte die Unterstützung der Führungskraft wiederholt als Schutzfaktor bei familienbedingten Faktoren wie beispielsweise Arbeits-Familien-Konflikte identifiziert werden. Im Rahmen dieser Abschlussarbeit soll herausgearbeitet werden, wie sich arbeitsbezogene Einstellungen von (werdenden) Eltern im Übergang zur Elternschaft verändern. Darüber hinaus soll untersucht werden, ob die Unterstützung der Führungskraft diese Veränderungen positiv beeinflusst. Für die Arbeit werden Daten aus einem längsschnittlichen Projekt des Lehrstuhls zur Verfügung gestellt.

Identifying points of scaffolding in simulated learning environments (Dr. Matthias Stadler, Ludwig-Maximilians-Universität München; Start: ab Semesterbeginn): Analyses of behavior in simulated learning environments can provide information on potential difficulties learners struggle with and allow to tailor individualized support measures. In this master’s thesis, you will use existing data-sets to train machine-learning algorithms to predict the likelihood of correct responses in simulated learning environments based on the behavior displayed in the simulation. Using these algorithms, you can test hypotheses on when scaffolding (targeted support measures) would be most beneficial. Students interested in this thesis are expected to have some basic knowledge of R or Python and an interest in educational assessment. No background in machine-learning is needed. The thesis can be written in German or English.

Zahlen sich „männliche“ Motive aus und wenn ja, warum? (Dr. Anna M. Stertz; bevorzugt ab Mitte April oder später; nicht vor Semesterbeginn): Trotz hervorragendem Bildungshintergrund verdienen Frauen nach wie vor weniger als Männer. In einer eigenen Studie haben wir die Rolle von berufsbezogenen Motiven (Macht, Leistung, Anschluss, finanzielle Kompensation, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben) für das Einkommen von Männern und Frauen, die in den MINT-Fächern promoviert haben und in der Privatwirtschaft arbeiten, untersucht. Die theoretische Grundlage unserer Studie bilden die Theorie der sozialen Rollen (z.B. Eagly, 1987) und die Backlash Theorie (Rudman & Phelan, 2008). Nach diesen Theorien ist die Bewertung von karrierebezogenen Verhaltensweisen geschlechtsspezifisch verzerrt. Von Männern wird erwartet, sich „agentisch“ zu verhalten (Eagly, 1987), was einem Verhalten entspricht, das durch Macht, Leistung und finanzielle Entlohnung motiviert ist. Von Frauen wird erwartet, sich „kommunal“ zu verhalten (Eagly, 1987), was einem Verhalten entspricht, das durch Anschluss und Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben motiviert ist. Verhaltensweisen, die nicht mit den traditionellen Geschlechterrollen übereinstimmen, können zu sozialen oder ökonomischen Sanktionen führen (sog. Backlash-Effekt). In der Tat ließ sich ein derartiger Effekt in unserer Studie aufdecken: Ein stark ausgeprägtes Machtmotiv wirkte sich positiv auf das Einkommen von Männern und von Frauen aus, dieser Effekt wurde jedoch durch das Geschlecht moderiert und war für Frauen weniger stark ausgeprägt.

In der ausgeschriebenen Arbeit sollen in einer querschnittlichen Online-Befragung Zusammenhänge zwischen den oben aufgeführten berufsbezogenen Motiven und den Basisdimensionen sozialer Urteilsbildung „agency“ (Verfolgen von Zielen, Zeigen von Kompetenz) und „communion“ (Bilden von Gemeinschaft, soziale Unterstützung) sowie mit dem Einkommen von erwerbstätigen Männern und Frauen untersucht werden. Die querschnittliche Befragung soll durch eine weitere Untersuchung ergänzt werden. Dies könnte eine Fremdbeurteilung der berufsbezogenen Motive sowie von agency und communion der Teilnehmenden an der querschnittlichen Befragung durch Personen aus dem Arbeitsumfeld (z.B. Kollegen) realisiert werden. Denkbar ist auch ein experimenteller Ansatz, im dem zugrundeliegende Mechanismen genauer untersucht werden.

Arbeiten im Homeoffice (Dr. Anna M. Stertz; bevorzugt ab Mitte April oder später; nicht vor Semesterbeginn): Im Rahmen der COVID-19-Pandemie wurden Arbeitgeber in Deutschland aufgrund der Corona-Arbeitsschutzverordnung dazu verpflichtet, ihren Beschäftigten Homeoffice anzubieten, sofern nicht zwingende betriebliche Gründe entgegenstehen. Dies führte dazu, dass Beschäftigte, die zuvor nicht von zu Hause aus gearbeitet haben, dieses Arbeitsarrangement kennengelernt haben. Die Erfahrungen haben bei einigen Beschäftigten dazu geführt, auch in Zukunft einen Teil ihrer Arbeitszeit im Homeoffice verbringen zu wollen. Beschäftigte, die bereits vor der Pandemie regelmäßig im Homeoffice gearbeitet haben, könnten nun den Wünsch äußern, einen noch größeren Anteil ihrer Arbeitszeit im Homeoffice zu verbringen, weil sie selbst es als vorteilhaft erachten und sich gezeigt hat, dass es grundsätzlich praktizierbar ist. Auch Arbeitgeber könnten verstärkt erkannt haben, dass es Vorteile mit sich bringt (z.B. Einsparung von Kosten für den Unterhalt und die Instandhaltung von Büroräumen), wenn ihre Beschäftigten in stärkerem Ausmaß von zu Hause aus zu arbeiten.

Zur Oberthematik „Arbeiten im Homeoffice“ sind Arbeiten mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung und methodischem Zugang möglich: Inwiefern hängt die Bewertung der Arbeit im Homeoffice davon ab, ob sie im jeweiligen Umfang ein vom Beschäftigten selbst gewünschtes oder aber erzwungenes Arbeitsarrangement darstellt und welche Rolle spielen Präferenzen zur Segmentation vs. Integration von Berufs- und Privatleben für die Bewertung? Um einem ungewollten Verschwimmen der Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben während des Arbeitens im Homeoffice entgegenzuwirken, könnte es hilfreich sein „Boundary Management“-Taktiken einzusetzen. Diese Taktiken lassen sich kategorisieren in behavioral, temporale, physikalisch und kommunikativ (Allen et al., 2021; Kreiner et al., 2009). Inwiefern werden derartige Taktiken in Abhängigkeit von individuellen Lebensstilpräferenzen (Segmentation vs. Integration) eingesetzt und wie hängen diese mit dem Wohlbefinden, Zufriedenheit mit der Balance von Berufs- und Privatleben und der Leistungsfähigkeit zusammen? Zur Bearbeitung der spezifischen Fragestellung sollten (quantitative und/oder qualitative) Daten von Erwerbstätigen erhoben werden, die zum Zeitpunkt der Datenerhebung regelmäßig im Homeoffice arbeiten. Neben einer individualpsychologischen Betrachtung ist eine dyadische Betrachtung unter Berücksichtigung von Doppelverdiener-Paare möglich. Hierbei könnten z.B. Auswirkungen von potentiellen Differenzen hinsichtlich der Nutzung der Wohnstätte als Arbeitsstätte und der Akzeptanz von „Boundary Management“-Taktiken untersucht werden.

Lebenskunst (Prof. Dr. Bettina S. Wiese, in Kooperation mit Prof. Dr. Bernhard Schmitz, TU Darmstadt; Start: flexibel). In Trainingsstudien soll geprüft werden, ob sich Lebenskunst besser vermitteln lässt, wenn mehr als nur ihre Einzelkomponenten trainiert werden. Es kann dabei um die Kombination von körperbezogenen (körperlich Selbstfürsorge, Genuss) und kognitiven Interventionen (Sinn, Reflexion) im Vergleich zu den jeweiligen Einzelkomponenten gehen (Thema 1). Weiterhin können unterschiedliche Outcomes im Sinne des hedonischen Wohlbefindens (Genuss) und eudaimonischen Wohlbefindens (Sinn) vergleichend betrachtet werden (Thema 2) sowie die Verbesserung der Effektivität von Lebenskunsttrainings durch transferförderliche Maßnahmen (Thema 3). Möglich ist auch die vertiefende korrelative Untersuchung von Zusammenhängen von Komponenten von Lebenskunst und eudaimonischem Wohlbefinden (Entwicklung eigener Potenziale; Thema 4). In der positiven Psychologie wird häufig nur analysiert, wie positive Ereignisse verarbeitet werden. In einer Tagebuchstudie könnte geprüft werden, ob es nicht (ebenso) wichtig ist, mit negativen Ereignissen zurecht zu kommen (Thema 5). Für alle Themen gibt es bereits studentische Vorläuferarbeiten, die zur Verfügung gestellt werden können.

Psychologische Prädiktoren der Umzugsbereitschaft bei Nachwuchswissenschaftler/innen (Prof. Dr. Bettina S. Wiese; Studie auf Basis vorliegenden Datenmaterials, Start: ab Semesterbeginn flexibel): Ein Merkmal moderner Laufbahnen ist eine ausgeprägte organisationale Mobilität, die auch mit Umzügen im In- und Ausland einhergehen kann. Für wissenschaftliche Karrieren ist diese Art der Mobilität von jeher kennzeichnend. Anders als in der diesbezüglichen soziologischen Forschung, die vor allem soziodemographische Charakteristika in den Blick genommen hat, sollen in dieser Arbeit psychologische Prädiktoren der Umzugsbereitschaft im Vordergrund stehen. Konkret gilt es dabei vor allem auf das Berufsleben bezogene Haltungen und Bestrebungen (z. B. Karriereziele, berufliche Identifikation, relative Bedeutung von Berufs- und Privatleben) zu betrachten. Für die Arbeit werden Daten aus einem längsschnittlichen Projekt mit promovierenden und promovierten Nachwuchswissenschaftler/innen zur Verfügung gestellt.

Trennungsangst und die Bewertung der Berufsrückkehr bei Müttern (Prof. Dr. Bettina S. Wiese; Studie auf Basis vorliegenden Datenmaterials, Start: ab Semesterbeginn flexibel): Heute kehren die meisten Mütter nach einer mehr oder weniger langen Auszeit nach der Geburt von Kindern wieder ins Erwerbsleben zurück. Aber nicht alle Frauen sind gleichermaßen zufrieden mit ihrer Rückkehrentscheidung und ihrer Lebenssituation als erwerbstätige Mütter. Es soll herausgearbeitet werden, welche Rolle dabei Trennungsängste vom Kind spielen. Darüber hinaus soll ermittelt werden, ob die vermuteten Effekte der Trennungsangst auf das Bedauern des beruflichen Wiedereinstiegs über die Zeit abnehmen bzw. abgeschwächt werden, wenn eine hohe soziale Unterstützung und Wertschätzung durch den Partner erlebt wird. Für die Arbeit werden Daten aus einem längsschnittlichen Projekt des Lehrstuhls zur Verfügung gestellt.

Beachten Sie bitte auch die allgemeinen Informationen zur Masterarbeit.

Nur in begründeten und mit der Lehrstuhlinhaberin abgestimmten Ausnahmefällen kann mit Zustimmung des Prüfungsausschusses eine Betreuung außerhalb des Instituts für Psychologie durchgeführt werden. In der Regel werden Mitarbeitende des Lehrstuhls keiner betrieblich gebundenen Arbeit zustimmen bzw. diese mit betreuen, wenn die Notwendigkeit besteht, etwaige Geheimhaltungsverträge zu unterschreiben.