Bachelor- und Masterarbeiten

 

Die schriftlichen Abschlussarbeiten (Bachelorarbeit, Masterarbeit) sind eingebunden in die Forschungsaktivitäten der Lehrstuhlmitarbeitenden. Es steht den Kandidatinnen und Kandidaten offen, die Abschlussarbeiten in englischer oder deutscher Sprache zu verfassen.

 

Bachelorarbeitsthemen am Lehrstuhl für Personal- und Organisationspsychologie

Untenstehend finden Sie die Bachelorarbeitsthemen, die im Sommersemester 2021 am Lehrstuhl für Personal- und Organisationspsychologie zur Auswahl stehen.

Zum Vorgehen bezüglich der Vergabe der Bachelorarbeiten: Wenn Sie sich für eines oder mehrere der untenstehenden Themen interessieren, melden Sie sich bitte unter Angabe Ihrer Themenpräferenz(en) bis zum 14.02.2021 per E-Mail bei der Koordinatorin Jasmin Dorry (dorry@psych.rwth-aachen.de) und nennen Sie uns in einer Rangreihe die von Ihnen präferierten Themen sowie Ihren frühesten sowie spätesten Einstiegstermin. Bitte fügen Sie außerdem Ihr aktuelles Transcript of Records bei. Wir teilen Ihnen bis zum 01.03.2021 mit, ob Sie den gewünschten Bachelorarbeitsplatz erhalten.
Bitte geben Sie diese Info an alle Interessierten weiter, so dass das Verfahren innerhalb der o.g. Fristen durchgeführt werden kann.

Emotionaler Gehalt beruflicher Feedbacksituationen für die Feedbackgeberin/den Feedbackgeber (Dr. Christian L. Burk; Interviewstudie an Berufstätigen, Start: flexibel): Berufliche Feedbackgespräche vermögen sowohl in der Nehmerin/im Nehmer als auch in der Geberin/im Geber positiven und negativen Feedbacks Emotionen auszulösen. Mit Hilfe induktiver Interviews an Berufstätigen sowie vorwiegend qualitativer Auswertungsmethoden soll eine Bachelorarbeit dazu beitragen, ein vollständigeres Bild vom Erleben der Feedbackgeberin/des Feedbackgebers zu erhalten. Ziel ist die Aufdeckung von situativen und kognitiven Faktoren, die zur Auslösung bestimmter Emotionen beitragen. Eine vorläufige Beschränkung auf eine bestimmte Form von Feedbacksituationen (z.B. negatives Feedback, Vorgesetzten-Mitarbeiter/innen-Feedback) wird sinnvoll sein, um im Rahmen einer Bachelorarbeit eine Gruppe vergleichbarer Situationen zu ermitteln.

Interdisziplinarität und wahrgenommene Bedrohung der eigenen beruflichen Identität (Dr. Anna M. Claus; Start: flexibel): In interdisziplinären Teams arbeiten Personen aus verschiedenen Berufsgruppen zusammen, um beispielsweise gemeinsam innovativere Lösungen zu entwickeln oder Patienten holistischer zu behandeln. Im Laufe der eigenen Berufsausbildung bzw. des Studiums entwickeln Personen eine eigene fachbezogene berufliche Identität. In dieser Bachelorarbeit soll untersucht werden, wie sich Erfahrungen in interdisziplinären Arbeitsgruppen auf die Wahrnehmung der eigenen beruflichen Identität auswirken und unter welchen Umständen, diese als bedroht erlebt wird (Identity Threat). Diese Bachelorarbeit kann auf existierende qualitative und quantitative Daten aus einem Projekt zugreifen. Es ist angedacht, dass im Zuge der Arbeit in Textform vorliegende Berichte zu den eignen Erfahrungen mit Interdisziplinarität kategorisiert werden und mit Daten aus einer Befragung in Verbindung gebracht werden.

Wonach sehnen sich Menschen in der Lebensmitte? Information: die beiden angebotenen Themen (siehen unten) sind sehr ähnlich, da die beiden Studierenden, die die Themen bearbeiten, bei der Inhaltskategorisierung miteinander zusammenarbeiten werden.

Wonach sehnen sich Menschen in der Lebensmitte? – Thema 1 (Jasmin Dorry; kombiniert qualitativ-quantitatives Vorgehen auf Basis eines vorliegenden Datensatzes; Start: flexibel, jedoch in Abstimmung mit Thema 2): Sehnsucht bezeichnet das Verlangen nach idealen Lebenszuständen, die unsicher, weit entfernt oder sogar unerreichbar sind (Baltes, 2008). Qualitativ-inhaltsanalytisch wird in dieser Bachelorarbeit im ersten Schritt untersucht, welche Themen die Sehnsüchte von Menschen im mittleren Lebensalter charakterisieren. Im zweiten Schritt soll analysiert werden, ob sich die Häufigkeit verschiedener Sehnsüchte durch soziodemographische (z.B. Geschlecht) und psychologische (z.B. Geschlechtsrollenvorstellungen) Personenmerkmale vorhersagen lässt.

Wonach sehnen sich Menschen in der Lebensmitte? – Thema 2 (Jasmin Dorry; kombiniert qualitativ-quantitatives Vorgehen auf Basis eines vorliegenden Datensatzes; Start: flexibel, jedoch in Abstimmung mit Thema 1): Sehnsucht bezeichnet das Verlangen nach idealen Lebenszuständen, die unsicher, weit entfernt oder sogar unerreichbar sind (Baltes, 2008). Qualitativ-inhaltsanalytisch wird in dieser Bachelorarbeit im ersten Schritt untersucht, welche Themen die Sehnsüchte von Menschen im mittleren Lebensalter charakterisieren. Im zweiten Schritt soll analysiert werden, ob die Häufigkeit verschiedener Sehnsüchte Zusammenhänge mit dem subjektiven Wohlbefinden zeigt.

Karriereorientierung bei gleich- und gegengeschlechtlichen Paaren (Rico Fischer; dyadische Online-Fragebogenstudie, Start: flexibel): Die Vereinbarkeit von Karriere und Partnerschaft ist ein zentrales Ziel in vielen Beziehungen. Während hierzu bereits einiges für Menschen in heterosexuellen Beziehungen bekannt ist, wurden LSBT Paare noch nicht stark erforscht. Diese Arbeit soll erste (vergleichende) Einblicke in genau dies ermöglichen. Mögliche Forschungsfragen: Welche Konstellationen in der Karriereorientierung gibt es bei gleich- und gegengeschlechtlichen Paaren? Welche Aspekte beeinflussen die Karriereorientierung? Auf welche Aspekte übt sich die Karriereorientierung aus?

Der Einfluss von mütterlichem Gatekeeping auf väterliches Beziehungsempfinden (Rico Fischer; Online-Fragebogenstudie, bevorzugter Starttermin: 15.03.2021): Mütterliches Gatekeeping (engl. maternal gatekeeping) beschreibt das Handeln von Müttern, mit dem ihre Partner von Routinen und Entscheidungsprozessen in der Kindererziehung ferngehalten werden sollen. Es ist bereits einiges bekannt darüber, dass Väter sich durch dieses Verhalten aus der Kindererziehung zurückziehen. Eigenschaften des Vaters, die die Wahrnehmung von mütterlichem Gatekeeping beeinflussen und der Einfluss von mütterlichem Gatekeeping auf die Wahrnehmung der väterlichen Partnerschaftszufriedenheit sind jedoch weniger erforscht. Diese Arbeit soll erste Einblicke in genau dies ermöglichen. Mögliche Forschungsfragen: Welche Eigenschaften des Vaters haben Einfluss auf die Wahrnehmung von mütterlichem Gatekeeping? Welche Einflüsse hat das mütterliche Gatekeeping auf das Verhalten das individuelle Verhalten des Vaters? Welche Einflüsse hat das mütterliche Gatekeeping auf die Einstellung des Vaters zur Partnerschaft?

Neue Home-Office-Arrangements: Was können wir für die Zukunft lernen? (Ruth Noppeney; Beginn: flexibel): Die insbesondere im Rahmen der Corona-Pandemie weitgreifend praktizierten Homeoffice-Arrangements haben für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Arbeitsgeberinnen und Arbeitgeber erstmalig in größerem Umfang ermöglicht, Erfahrungen zu sammeln, welche die zukünftige Gestaltung von Home-Office-Angeboten beeinflussen könnten. Im Rahmen der Bachelorarbeit können verschiedene Aspekte untersucht werden, wie z.B.: Welche Erfahrungen haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Arbeitsgeberinnen und Arbeitgeber in dieser Zeit gesammelt? Welche Gegebenheiten müssen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vorliegen, um von zu Hause aus gut zu arbeiten? Was ist sowohl für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Arbeitsgeberinnen und Arbeitgeber das optimale Maß zwischen Präsenzarbeit und Homeoffice?

Trennung zwischen Beruf- und Privatleben während des Arbeitens im Home-Office. (Ruth Noppeney; Beginn: flexibel): In dieser Bachelorarbeit sollen Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen Gestaltungspräferenzen hinsichtlich der Grenzziehung zwischen Lebensbereichen und dem Erleben im Home-Office untersucht werden. Mögliche Fragestellungen lauten: Welche Strategien verfolgen Berufstätige, um eine (physische / mentale) Trennung von Beruf und Privatleben zu erreichen? Gibt es Unterschiede im Erleben zwischen den Personen, die eine klare Trennung zwischen Beruf und Privatleben bevorzugen und denen, die beide Lebensbereiche integrieren möchten?

Gründe von (werdenden) Müttern und Väter für/gegen eine Elternzeit und für eine bestimme Dauer der Elternzeit (Dr. Anna M. Stertz; Studie auf Basis vorliegenden Datenmaterials, Start: ab April): In Deutschland haben sowohl erwerbstätige Mütter als auch Väter das Anrecht, sich für bis zu drei nach der Geburt ihres Kindes freistellen zu lassen und in Elternzeit zu gehen. Die Mehrheit der Mütter in Deutschland (>95%) nimmt eine Elternzeit und im Durchschnitt pausieren sie 10 bis 12 Monate. Väter entscheiden sich deutlich seltener für eine Elternzeit (knapp 40%) und mehrheitlich pausieren sie für bis zu 2 Monate. Im Rahmen einer längsschnittlichen Fragebogenstudie mit Paaren, die zum ersten Befragungszeitpunkt ein erstes gemeinsames Kind erwarteten und erwerbstätig waren, wurden die werdenden Mütter und Väter nach ihren Elternzeitplänen gefragt und auch gebeten anzugeben, was ihre Gründe dafür sind, eine oder keine Elternzeit zu planen. Des Weiteren wurden sie gefragt, warum sie sich für eine bestimmte Länge der Elternzeit entschieden haben. Diese Fragen hatten ein offenes Antwortformat und wurden stichpunktartig beantwortet. In der Bachelorarbeit soll qualitativ-inhaltanalytisch untersucht werden, welche Gründe Männer und Frauen hierbei aufführen. Es soll untersucht werden, inwiefern sich Männer und Frauen in ihren Gründen unterscheiden und inwiefern die Gründe mit einer bestimmten Elternzeitlänge zusammenhängen. Es besteht zusätzlich die Möglichkeit, Daten aus dem Projekt für zur Thematik passende ergänzende Fragestellungen zu nutzen (quantitative Datenanalyse).

Bemerken andere, wie es uns geht, wenn wir negative Rückmeldungen geben müssen? (Prof. Dr. Bettina S. Wiese; Studie auf Basis vorliegenden Datenmaterials; Start: flexibel): Vorangehende Studien haben gezeigt, dass Feedbackgeber/Feedbackgeberinnen das Übermitteln von negativem Feedback als anstrengender und weniger zufriedenstellend erleben als das Übermitteln von positivem Feedback. Es soll untersucht werden, inwiefern Anstrengung und Befinden der Feedbackgeber/Feedbackgeberinnen auch für Feedbackrezipient/Feedbackrezipientinnen erkennbar sind. Grundlage für die Arbeit sind bereits am Lehrstuhl vorliegende Feedbacktexte, die zu beurteilen sind, sowie Selbstberichtsfragebogendaten der Feedbackverfasser/Feedbackverfasserinnen. Idealerweise arbeiten zwei Bachelorstudierende zusammen, um die Ratings der Feedbacktexte gemeinsam zu vollziehen. Nachfolgend sind die Einstufungen mit dem tatsächlich berichteten Erleben der Feedbackgeber/Feedbackgeberinnen in Zusammenhang zu bringen. Eine Kandidatin/ein Kandidat würde sich mit der erlebten Anstrengung und die andere Kandidatin/der andere Kandidat mit der erlebten Zufriedenheit befassen.

 

Masterarbeitsthemen am Lehrstuhl für Personal- und Organisationspsychologie

Im Rahmen der Masterarbeit werden in der Regel eigene Datensätze erhoben. Die zur Hypothesenprüfung eingesetzten statistischen Analyseverfahren sind in der Regel komplexer als jene bei der Bachelorarbeit. Bitte beachten Sie die Anmeldevoraussetzungen für die Masterarbeit (§ 12 Absatz 2): Nachweis von min. 60 Kreditpunkten, erfolgreicher Abschluss der Methodenmodule I und II, erfolgreicher Abschluss des Kolloquiums Präsentation Forschungsergebnisse I

Untenstehend finden Sie die für das Sommersemester 2021 zur Auswahl stehenden Masterarbeitsthemen am Lehrstuhl für Personal- und Organisationspsychologie.

Zum Vorgehen bezüglich der Vergabe der Masterarbeiten für das Sommersemester 2021: Wenn Sie sich für eines oder mehrere der untenstehenden Themen interessieren, melden Sie sich bitte unter Angabe Ihrer Themenpräferenz(en) bis zum 14.02.2021 per E-Mail bei der Koordinatorin Dr. Anna M. Stertz (stertz@psych.rwth-aachen.de) und nennen Ihren frühesten sowie spätesten Einstiegstermin. Bitte fügen Sie außerdem Ihr aktuelles Transcript of Records bei. Wir teilen Ihnen bis spätestens 01.03.2021 mit, ob Sie den gewünschten Masterarbeitsplatz erhalten. Wir teilen Ihnen bis zum 01.03.2021 mit, ob Sie den gewünschten Masterarbeitsplatz erhalten.
Bitte geben Sie diese Info an alle Interessierten weiter, so dass das Verfahren innerhalb der o.g. Fristen durchgeführt werden kann.

Motivbezogene Anforderungen und Anreize beruflicher Tätigkeiten (Dr. Christian L. Burk; Interviewstudie an Berufstätigen, Start: flexibel): Befragt werden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Hinblick auf ihre gegenwärtige Tätigkeit. Auf Grundlage einer bereits (an Promovierenden und Promovierten aus den MINT-Fächern) erprobten Sammlung von Items, die die Ausstattung von Tätigkeiten bzgl. ihrer Anforderungen und Anreize ermitteln, soll eine Erweiterung des Instruments stattfinden. Leitend sollen dabei v.a. die motivbezogenen Ansätze von Deci & Ryan (2000) sowie McClelland (1985) sein. Im Zuge dessen soll die Anwendbarkeit auf eine breitere Gruppe von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern überprüft werden. Je nach gewählter Fragestellung können u.a. Zusammenhangsanalysen unter Einbezug beruflicher Motive und Maßen subjektiven Karriereerfolgs oder die Überprüfung einer Unterscheidbarkeit bekannter Karrieregruppen (z.B. bei Personen in strukturierten Laufbahnmodellen) erfolgen. Der Einbezug einer englischsprachigen Vergleichsstichprobe wäre möglich.

Struktur und situationsübergreifende Stabilität von Emotionsregulationsstrategien am Arbeitsplatz (Dr. Christian L. Burk; Online-Fragebogenstudie, Start: flexibel): Ausgehend von den vielfältigen bereits vorliegenden Möglichkeiten, habituelle Emotionsregulationsstrategien zu bestimmen, soll eine neuerliche Zusammenstellung und Ergänzung von Fragebogenitems stattfinden und empirisch überprüft werden. Im Mittelpunkt soll dabei der Abgleich mit und die Ergänzung von Faktoren stehen, die aus den Forschungslinien zur Emotionsregulation (z.B. Gross & John, 2003) sowie zur Emotionsarbeit (z.B. Grandey, 2000) abzuleiten sind. Bei der Datenerhebung ist der Einsatz von Vignetten denkbar, die die Probandinnen und Probanden ihre bevorzugten Emotionsregulationsstrategien im Angesicht bestimmter emotionsauslösender Situationen am Arbeitsplatz einschätzen lassen. Hierauf bezogene Fragestellungen könnten u.a. die Analyse von Situationsspezifität betreffen.

Das Bedürfnis nach Autonomie im Zusammenhang mit anderen beruflichen Motiven (Dr. Christian L. Burk; Online-Fragebogenstudie, Start: flexibel): Grundlage ist ein mehrdimensionales Instrument, das, basierend auf den Ansätzen von Deci & Ryan (2000) sowie McClelland (1985), hier am Lehrstuhl für Personal- und Organisationspsychologie entwickelt und überprüft wurde. Dieses Instrument enthält bislang eine Skala zur Bestimmung des individuellen Bedürfnisses nach Autonomie. Ziele der Masterarbeit sind a) die Revision der Autonomieskala im Abgleich mit den in der Selbstbestimmungstheorie postulierten Charakteristika für selbstbestimmtes Arbeiten und b) die empirische Überprüfung einer neu aufgelegten Sammlung von Items an Berufstätigen. Dies mündet in eine Analyse der (Sub-)Struktur des Bedürfnisses nach Autonomie sowie, je nach gewählter Fragestellung, in Zusammenhangsanalysen mit anderen beruflichen Motiven und/oder Attributen unterschiedlicher Arbeitstätigkeiten.

Soft Voices of Interdisciplinarity“ – eine Tagebuchstudie zu Erfolgsfaktoren in alltäglichen interdisziplinären Interaktionen (Dr. Anna M. Claus; Start: flexibel): Während interdisziplinäre Zusammenarbeit politisch gefordert und manches Mal problematisiert wird („loud voices of interdisciplinarity“), gibt es vielfältige Beispiele erfolgreicher interdisziplinärer Arbeit im Alltag. In einer Tagebuchstudie werden nun genau diese alltäglichen Interaktionen beleuchtet und es soll herausgearbeitet werden, wie diese erfolgreich gestaltet werden können. Hierbei können sowohl Einflüsse auf organisationaler Ebene (Klima, organisationale Unterstützung) als auch individueller Ebene (Kompetenzen, Motivation, Einstellungen) betrachtet werden. Die Arbeit soll Bezug nehmen auf sozialpsychologische Gruppenforschung (social identity theory, categorization-elaboration-Modell). In dieser Masterarbeit können Sie auf einen Datensatz aus einem Projekt zurückgreifen, sodass Sie keine eigenen Daten erheben werden. Eine Auseinandersetzung mit genesteten Tagebuchdaten für die Analysen wird erforderlich sein.

Soziale Identität in interdisziplinärer Zusammenarbeit (Dr. Anna M. Claus; Start: flexibel): Basierend auf Social Identity Theory bzw. Self- Categorization Theory soll in dieser Arbeit die Rolle sozialer Identität in interdisziplinärer Zusammenarbeit untersucht werden. In interdisziplinären Teams wird die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Disziplin häufig betont, die Salienz von unterschiedlichen Gruppenzugehörigkeiten behindert jedoch häufig die Zusammenarbeit. Mit Hilfe eines Vignetten-Ansatzes soll hier herausgearbeitet werden, welche Rolle soziale Identitäten für die interdisziplinäre Zusammenarbeit spielen.

Beobachtereffekte in Assessment Centern: eine Frage der diagnostischen Vorerfahrung? (Dr. Anna M. Claus; Start: ab April 2021): In der Beobachtung und Bewertung von Verhalten anderer Personen unterliegen Menschen mit unter starken biases, welche die Bewertungen verzerren. Diese Masterarbeit soll anhand der Linsentheorie Beobachtereffekte für den Anwendungsfall Assessment Center untersuchen. Sind Psycholog/innen die besseren Beobachter/innen? Als Einflussfaktoren auf die Beobachtungsgüte sollen hier die diagnostischen Vorerfahrungen der Bewertenden berücksichtigt werden. Diese Masterarbeit ist eingebettet in ein StartUp-Projekt am Lehrstuhl. Die Datenerhebung erfolgt gemeinsam mit dem Projektteam. Die Fragestellung erfordert aufgrund der komplexen Datenstrukturen die Bereitschaft, sich in neue statistische Modellierungen einzuarbeiten.

Elternzeitpläne und Planabweichungen (Dr. Anna M. Stertz; Studie auf Basis vorliegenden Datenmaterials, Start: flexibel, bevorzugt ab April): In Deutschland können Erwerbstätige den Zeitraum der Elternzeit im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben frei wählen und die gewählte Länge nachträglich anpassen. Für die Arbeit werden Daten aus einem laufenden längsschnittlichen Projekt des Lehrstuhls zur Verfügung gestellt. In dem Projekt wurden erwerbstätigen Paaren, die zu Beginn der Studie ein erstes gemeinsames Kind erwarteten, während der Schwangerschaft um Auskunft über ihre Elternzeitpläne (d.h. Inanspruchnahme und Dauer) gebeten. In den weiteren Befragungen, die 3, 6, 12 und 18 Monate nach der Geburt stattfanden, wurden die Teilnehmenden nach ihrer Erwerbssituation und im Falle einer gegenwärtigen oder abgeschlossenen Elternzeit gebeten, die (voraussichtliche) Dauer der Auszeit anzugeben. Im Rahmen der Masterarbeit soll untersucht werden, inwiefern Personen von ihren während der Schwangerschaft angegebenen Pläne abweichen. Dazu wird es in einem ersten Schritt notwendig sein, die zur Verfügung gestellten relevanten längsschnittlichen Daten aufzubereiten (z.B. Überprüfung der Plausibilität von Datumsangaben und der Übereinstimmung von Informationen zur Erwerbsituation einer Person aus unterschiedlichen Befragungen). Des Weiteren sollten Faktoren untersucht werden, die mit der Beibehaltung der Pläne oder einem Abweichen davon in Zusammenhang stehen bzw. einen Einfluss ausüben (z.B. persönliche Ressourcen wie berufliche Selbstwirksamkeitserwartungen, kontextuelle Ressourcen wie Einkommen, unvorhersehbare Ereignisse). Zu dem Thema werden zwei Arbeiten angeboten, eine mit einem Fokus auf Mütter und die andere mit einem Fokus auf Väter.

Wie kompetent und sympathisch werden Feedbackgeber/innen wahrgenommen? (Prof. Dr. Bettina S. Wiese; experimentelle Online-Studie, Start: flexibel): Leistungsfeedback zu geben, stellt eine herausfordernde Arbeitsaufgabe dar. Insbesondere bei negativem Feedback läuft der/die Feedbackgebende Gefahr, vom Feedbacknehmenden wenig positiv wahrgenommen zu werden. Dies wurde kürzlich in einer Studie von Gauglitz (2019) gezeigt. Sie fand, dass die Lektüre von schriftlich übermitteltem negativen versus positiven Leistungsfeedback dazu führt, den/die Feedbackgeber im Falle eines negativen Feedbacks als weniger kompetent und warm zu erleben. Diese Masterarbeit zielt auf die Replikation und Erweiterung dieser Studie ab. Grundlage für die Arbeit sind bereits am Lehrstuhl vorliegende Feedbacktexte, die einer Stichprobe von Beurteiler/Beurteilerinnen vorzulegen sind.

Erlebte Schwierigkeit beim Übermitteln von negativem Leistungsfeedback an Minoritäten: (Prof. Dr. Bettina S. Wiese; experimentelle Online-Studie, Start: flexibel): Es ist bereits bekannt, dass es schwieriger ist, negatives als positives Leistungsfeedback zu geben. Offen ist aber, ob die erlebte Schwierigkeit noch weiter steigt, wenn der/die Feedbackgeber/Feedbackgeberin einer (zu schützenden) Minderheit angehört. Dies soll in einer experimentellen Online-Studie mit schriftlich zu übermittelndem Feedback geprüft werden

Ähnlichkeit beruflicher Motive zwischen Eltern und (erwachsenen) Kindern (Prof. Dr. Bettina S. Wiese; querschnittliche dyadische/triadische Online-Fragebogenerhebung, Start: flexibel): Es soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern junge Erwachsene ihren eigenen Eltern in ihren beruflichen Motiven ähneln und diese auch bewusst als Rollenmodelle wahrnehmen. Dazu sollen Fragebogendaten bei jungen Erwachsenen und ihren Eltern erhoben werden.

Lebenskunst und Wohlbefinden (Prof. Dr. Bettina S. Wiese, in Kooperation mit Prof. Dr. Bernhard Schmitz, TU Darmstadt; Start: flexibel): Lebenskunst bezeichnet Verhaltensweisen und Einstellungen, die zum Wohlbefinden beitragen. Mehrere Themen / methodische Zugänge sind möglich: (a) Trainingsdurchführung und -evaluation (insbes. zur Optimierung der Reflexion aktueller Ereignisse), (b) Zwei-Monats-Längsschnittstudie zu Lebenskunst und Wohlbefinden oder (c) Tagebuchstudie zur Verarbeitung positiver und negative Ereignisse.

Beachten Sie bitte auch die allgemeinen Informationen zur Masterarbeit.

Nur in begründeten und mit der Lehrstuhlinhaberin abgestimmten Ausnahmefällen kann mit Zustimmung des Prüfungsausschusses eine Betreuung außerhalb des Instituts für Psychologie durchgeführt werden. In der Regel werden Mitarbeitende des Lehrstuhls keiner betrieblich gebundenen Arbeit zustimmen bzw. diese mit betreuen, wenn die Notwendigkeit besteht, etwaige Geheimhaltungsverträge zu unterschreiben.